Der Pensionsstall

 

Auf den “Buschfunk” ist Verlass

Montag, Februar 21st, 2011

Ich war die erste Woche auf dem Hof, konnte es selbst kaum glauben, da wußten es schon alle Anderen. Mein Telefon stand nicht mehr still, dabei hatte ich doch erst vor, zu annoncieren. Aber bevor ich überhaupt dazu kam, kamen schon die ersten Anfragen nach Pensionsplätzen. Was man dabei alles lernt…

Den Einen war es zu teuer, was natürlich ein Grund ist, sofort aufzulegen. Den Anderen wollte einfach nicht in den Sinn, das Pferde auch in einem Offenstall überleben können.

Aber es gab auch viele nette Gespräche und nach relativ kurzer Zeit war der Stall voll.  Mit jedem neuen Pferd wuchs meine Freude, aber auch die Arbeit… Als die Tage dann langsam länger wurden, die Temperaturen in den Plusbereich kletterten und die Vögel den Frühling ankündigten, wollte ich den anderen Reitern nicht immer nur mit der Forke in der Hand hinterherschauen. Ich wollte auch wieder reiten. Aber meine alte Stute konnte ich nicht mehr reiten und außerdem war sie noch nicht bei mir. Also mußte ein Pferd für mich her! Mir war klar, dass ich das meiner Familie schonend beibringen mußte, da unser Familienleben jetzt eh´schon sehr pferdelastig war.

Außerdem wollte ich ja auch nur mal gucken und so stöberte ich auf den Pferdemarktseiten im Internet herum. Wie gesagt, nur mal so gucken, nichts weiter…

Der erste Arbeitstag als Hofbesitzer

Donnerstag, Februar 10th, 2011

Anfang Februar, 25 cm Schnee, minus 14 Grad Celsius, strahlend blauer Himmel und Sonne satt! Wenn das kein guter Arbeitsbeginn ist! Dazu ein halbes Dutzend rehbraune Augenpaare, die mich erwartungsvoll anstarren: “Du bist also die Neue! Na egal, Hauptsache, wir bekommen unser Futter! “

Was war ich froh, dass ich die ersten Pferde mit übernommen hatte. So hatte ich nicht das Gefühl, völlig bei Null anzufangen.

Es stand von Anfang an fest, meine inzwischen altgewordene Stute zu mir zu holen. Sie war schließlich der Grund für meinen Neuanfang! Aber es war absolut kein Reisewetter für meine Rentnerin und so pendelte ich die erste Zeit zwischen dem eigenen Hof und dem anderen Pensionsstall. Zu Beginn war das okay für mich, weil die Stute es in ihrem Stall auch gut hatte. Mit der Zeit wurde ich aber immer ungeduldiger. So süss “meine” Pensionspferde auch waren, ich wollte mein eigenes Pferd versorgen.

Aber zurück zum ersten Arbeitstag. Es war toll! Und meine erste Erkenntnis: Ohne Hammer geht im Offenstall gar nichts!  Die Äppel waren nämlich alle gefroren und mit der Erde fest verwachsen! Also abschlagen und immer schön dabei den Mund zu…!

Man lernt halt nie aus…

Der Pachtvertrag ist unterschrieben

Freitag, Februar 4th, 2011

Nun stand es also fest.  Ich hatte einen Pferdehof. Mit allem, was dazu gehört! Gleich nach der unsagbaren Freude kamen die Fragen: Wieviele Pferde möchte ich einstellen? Woher bekomme ich Heu und Stroh? Wieviel davon kann ich lagern? Wohin mit dem Mist? So manch anderer hätte vielleicht vorher darüber nachgedacht, ich nicht.  Wo ein Wille, da ein Weg…!

Die Vorstellung, meine Stute ab sofort täglich zu sehen, half mir über hin und wieder aufkommende Zweifel hinweg. Ich hatte die rosarote Brille auf und das bißchen Arbeit macht sich doch mit links!

Der eigene Pensionsstall

Donnerstag, Februar 3rd, 2011

Der Wunsch, mein Pferd selbst zu versorgen, wurde in den letzten Jahren immer stärker. Irgendwann fing ich an, fast täglich die entsprechenden Annoncen im Internet zu studieren. Immer wieder trommelte ich die Familie, bestehend aus meinem Mann und unserem gemeinsamen Sohn zusammen, um sie von irgendeinem fast zerfallenem, aber dafür bezahlbarem Resthof zu überzeugen. Jedes Mal schauten sie mich mit großen Augen an und fragten, was wir denn im Oderbruch wollen? Ich muß dazu sagen, dass der Pferdevirus auf den Rest der Familie nicht übergesprungen war und die Beiden nicht bereit waren, ihr Leben komplett umzukrempeln.

Aber dann entdeckte ich eine Anzeige, in der ein Pferdehof ca. 15 km weit von unserem Wohnort entfernt angeboten wurde. Noch am selben Abend stand ich im Dunkeln, bei minus 22°C und der ersten Monatspacht in der Hand auf dem Hof und sagte ohne Nachzudenken zu.

Das Abenteuer konnte beginnen…