Meine erste Hippologica

geschrieben von admin am Januar 28th, 2011

Lange Zeit konnte ich es gar nicht richtig fassen, dass ich nun ein eigenes Pferd hatte. Einen Monat vor der Wende! Es gab kein Zubehör, Futter nur , wenn man einen Bauern kannte und für meine erste Satteldecke bin ich mit dem Zug von Berlin nach Rostock gefahren. Dort wollte jemand eine gebrauchte Decke verkaufen. Ich kam zu spät, ein Anderer war schneller!  Doch ca. vier Wochen später fiel die Berliner Mauer und mein Weg zur ersten Pferdemesse “Hippologica” war frei.

Ich war geschockt! Wer jetzt glaubt, dass ich mit ca. 25 Tüten rausging, der irrt! Gebraucht hätte ich wirklich vieles, aber ich war wie gelähmt. Ich schwankte zwischen “super, jetzt gibt es alles” und “die spinnen im Westen”. Wer braucht ein Halfter mit der passenden Reithose dazu? Und das Ganze auch noch in himmelblau! Inzwischen weiß ich, dass viele Reiter Wert auf Partnerlook mit ihrem Pferd legen. Damals fand ich es unerklärbar und ging mit einer Pferdezeitschrift in den Händen aus den Messehallen.

Im Laufe der Jahre hat sich auch mein Kaufverhalten geändert und so hatte   ich im letzten Jahr die ein oder andere Tüte mehr zu tragen…

 

Das Jahr 1989

geschrieben von admin am Januar 20th, 2011

Jeder weiß, dass das Jahr 1989 ein ganz Besonderes war. Für mich noch viel mehr! Denn bevor am 9.November die Berliner Mauer fiel, unterschrieb ich am 10. Oktober den Kaufvertrag für mein erstes eigenes Pferd. Meine Stute!

Wie kam es dazu? Während ich in den vergangenen Jahren in der Reittouristik ritt, stand in den Ferien immer Urlaub im Sattel auf dem Plan. Durch eine Freundin aus dem Stall hatte ich die Chance, in den Herbstferien 1987 eine Woche in Redefin zu verbringen. Heute heißt es Landgestüt, damals nannte man es Hengstdepot und ein Urlaubsplatz glich einem Sechser im Lotto. Es war einfach unglaublich schön dort. Nach ungefähr zwei Tagen war ich nach langer Zeit wieder unsterblich in ein Pferd verliebt. Lago! Ein 172cm großer, brauner Wallach. Ich wollte nie wieder abreisen. Wenn, dann nur mit Lago im Gepäck. Ich hatte keine Ahnung, wie ich es anstellen sollte, aber ich biß mich an diesem Gedanken fest. Durch einen Zufall lernte ich in der einzigen Dorfkneipe, wo man sich abends zum Spiegeleieressen traf, den Sportjournalisten Herbert Gast kennen. Er  veröffentlichte regelmäßig Artikel über das Hengstdepot in der Berliner Wochenpost  und verfügte somit über die nötigen Kontakte.  Ich erzählte von meinem Plan und zu meiner Überraschung nahm er mich ernst. Schon am nächsten Tag konnte er mir den Kaufpreis nennnen und ich war wieder in der Realität angekommen.  Lago besuchte ich dann immer in den Ferien und zu Herrn Gast (später nur noch Herbert) entwickelte sich eine richtige Freundschaft.  Da er meinen Wunsch nach einem eigenen Pferd nicht vergessen hatte, kam er zwei Jahre später auf mich zu und berichtete mir von meiner zukünftigen Stute. Sie war ein “Wendeopfer”, denn ihre damaligen Besitzer saßen in Warschau und warteten auf ihre Ausreise. So war die Zeit…

Ich hatte mein Pferd!! Eine 164cm große, braune Stute, 6 Jahre alt, in Neustadt gezogen und stur wie ein Esel!

 

Von den Galoppern zu den Trabern

geschrieben von admin am Januar 19th, 2011

Die Tage im Rennstall waren eine Welt für sich. Vieles durfte ich lernen, wovon ich einiges bis heute nicht vergessen habe. Damals als 12-jährige empfand ich die Tage im Stall wunderbar, heute sehe ich es mit ganz anderen Augen. Es wird immer verschiedene Haltungsformen für Pferde geben, aber mit nicht jeder Art kann ich mich heute noch anfreunden.

Aber zurück zu der Zeit, wo es für mich nichts Schöneres gab, als vor und nach der Schule zum Stall zu fahren. So stand ich mindestens dreimal in der Woche um 4.00 Uhr morgens auf und fiel abends sehr müde ins Bett. Irgendwann waren die Augenränder nicht mehr zu übersehen und meine Mutter spielte nicht mehr mit. Da man sich im Rennstall aber nicht nur einmal die Woche blicken lassen konnte, war meine Zeit dort schweren Herzens vorbei.

Aber ganz ohne Pferde ging es einfach nicht! So verschlug es mich in einen Stall, in dem “Reittouristik” angeboten wurde. Da war es egal, wie oft man kam, hauptsache man bezahlte. Wir ritten dort auf Trabern, die im Rennsport nicht ganz vorn mitmischen konnten. Für mich wieder eine neue Erfahrung, wenn man mit seinem Pferd plötzlich genauso schnell traben konnte, wie andere galoppieren. So richtig glücklich war ich zuerst dort nicht, aber eine andere Lösung gab es damals nicht. Es war halt eine andere Zeit, mit weniger Möglichkeiten als heute. Insgesamt kamen dann aber doch 6 Jahre zusammen, die ich mit Pferdefreunden und eigentlich nur einem Lieblingspferd dort verbracht habe. Milan hieß “mein” Pferd, und eigentlich hatten wir nur ein Jahr zusammen. In der DDR mußte der Schlachtplan erfüllt werden, egal ob krank oder gesund… Ich habe es dann irgendwie geschafft, kein zweites Pferd in diesem Stall so dicht an mein Herz zu lassen.

 

Jahre später…

geschrieben von admin am Februar 9th, 2010

Euch von damals bis heute alles zu erzählen, wäre zu lang. Also picke ich nur einige Episoden heraus, um Euch davon zu berichten.
Wie im vorigen Beitrag erwähnt, saß ich tagelang im zarten Alter von 5 Jahren voll Entzücken auf dem Kutschbock. Aber irgendwann reichte mir das nicht mehr. Ich wollte auf einem Pferderücken sitzen! Zu Hause in der Stadt war es gar nicht so einfach, eine Möglichkeit zu finden. Und schon gar nicht in dem Alter! Wenn ich heute manchmal die kleinen Mäuse auf den Ponys sehe, erinnere ich mich, dass es zu meiner Zeit immer hieß: “Wir nehmen Kinder erst ab 12 Jahren, vorher sind die Knochen viel zu weich!”. Da frage ich mich, haben die Kids von heute härtere Knochen…? Und dann war da noch das Problem, dass es lange nicht so viele Reiterhöfe gab. Durch viel Glück, ein gutes Schulzeugnis (das wurde nämlich überprüft) und langem Anstehen hatte ich dann die Chance, einen begehrten Platz in einem Ferienreitkurs zu bekommen. Ich war inzwischen fast 12 Jahre alt und überglücklich. Es waren zwei wunderschöne Wochen, die leider viel zu schnell zu Ende gingen. Danach mußte es auf jeden Fall weitergehen! Und so landete ich statt in einem Freizeitstall einige Zeit später durch einen Zufall in einem Rennstall. Was für eine andere Welt, hatte ich doch gerade erst Reiten im klassischen Stil gelernt. Es war spannend, die aktiven Galopper reiten zu dürfen und doch so sehr anders! Die Steigbügel waren plötzlich so kurz, dass ich mir mit den Knien die Ohren zuhalten konnte. Ich werde es nie vergessen, meinen ersten Ritt hatte ich an der Longe auf Gawlick, einem Schimmelhengst. Er war sehr lieb und hat mir meine anfängliche Angst genommen. Danach ging es immer ins Gelände, meist auf Suade, einem Traum in schwarz! Aber an was mußte man nicht alles denken! Bei einem Ausritt mit dem Cheftrainer (heute Rennrichter auf der Galopprennbahn Berlin-Hoppegarten) vergaß ich, dass ich mit einer Stute niemals einen Hengst überholen darf. Nicht nur ich mußte neu aufsteigen. Der Trainer war ziemlich sauer!

Wie es dann mit mir weiterging, demnächst…!

 

Das erste Mal!

geschrieben von admin am Februar 4th, 2010

Wer erinnert sich nicht gern an das erste Mal…? Ich weiß noch genau, wann ich zum ersten Mal Stall-Luft in die Nase bekam. Es war im hohen Norden. Obwohl ich ein Großstadtkind war, liebte ich schon immer das Landleben. Zu meiner Freude verbrachten wir die Freien, egal ob Sommer oder Winter, nicht weit entfernt von der Ostsee in einem wunderschönen kleinen Dorf. Dort gab es unzählige Hühner, Gänse, Schafe, Kühe und PFERDE! Unsere Wirtsleute hatten ein Fuhrunternehmen, welches aus Pferd und Wagen bestand, und so fuhr ich schon als Fünfjährige den ganzen Tag mit dem Pferdewagen umher. Für mich als Stadtkind war das ein Traum, was die Kinder vom Dorf überhaupt nicht verstehen konnten. Das Beste war, unser Zimmer war über dem Pferdestall! Man hörte das Klirren der Ketten, das Schnauben der Pferde und dann war da noch dieser Duft…! Wann hattet Ihr das erste Mal diesen Stallduft in der Nase?